Wie ich den Berg bestieg

Die Zeit vergeht! Seit fast drei Monate bin ich nun schon in Istanbul und das „Bergfest“ steht  – metaphorisch   gesprochen –  kurz bevor! Um bei dem rhetorischen Stilmittel der Metapher zu bleiben, lässt sich der Erasmus-Aufenthalt ganz gut mit einer Bergbesteigung vergleichen. Anders als das Symbol des Berges es vermuten lässt, war der Aufstieg bisher jedoch selten mit Anstrengung und vielmehr mit schönen Erlebnissen verbunden. Auf meinem Weg zum Gipfel habe ich einiges gesehen und hatte Zeit mich auch abseits des Weges umzuschauen. Dabei habe ich neue Bekanntschaften gemacht und nette Wegbegleiter gefunden.

…ähm ja…genug mit der feinsinnigen Schreiberei! Kommen wir zu den „hard facts“ und damit zu dem, was ich so alles getrieben habe in den letzten Tagen und Wochen. Was bisher geschah:

Ich habe an verschiedensten Erasmus-Veranstaltungen teilgenommen. Unter anderem gab es einen Wochenend-Trip nach Ephesus und Pamukkale. Das Programm sah im Grunde so aus, dass wir zwei Nächte im Bus verbracht, eine Nacht im Hotel geschlafen und zwischendurch Sehenswürdigkeiten angeschaut haben. Außerdem sind wir mit einem eigenen Boot rumgeschippert und waren schwimmen. Eine (eher lahme) Erasmus-Party gab es standartgemäß natürlich auch. Kommendes Wochenende geht’s dann auf ähnliche Art und Weise nach Troja und Çanakkale.

Zusammen mit Anja, Caner, Ece und Hannes war ich beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei (Deutschland hat 3:1 gewonnen; Anm. d. Red.).

Ich bin den Istanbul-Marathon gelaufen. Nun ja, tatsächlich nur den FunRun, der aber immerhin auch neun Kilometer lang war. Dabei haben meine Mitstreiter und ich das Vergnügen gehabt, den Bosporus per pedes über eine der Brücken zu überqueren. Normalerweise ist sie für Fussgänger nämlich gesperrt, da es in der Vergangenheit des Öfteren „Unfälle mit Personenschaden“ (=Suizid) gab.  Leider war das Wetter miserabel.

Da ich nur mit einen Touristenvisum ausgestattet bin, musste ich innerhalb von 90 Tagen ausreisen. Ein Studentenvisum zu beantragen wurde mir abgeraten, da es mit Kosten und vor Allem mit bürokratischen Hürden verbunden ist. An dieser Stelle vielen Dank an die Istanbul-Pioniere Maria und Hannes (entsprechende Personen dürfen sich angesprochen fühlen). Ich habe ihren Rat befolgt und das Geld in ein verlängertes Wochenende gesteckt und bin nach Zypern geflogen. Mehr dazu später. Ein separater Reisebericht „Türkische Republik Nordzypern“ folgt (hoffentlich zeitnah).

Atatürk, der verständlicherweise nicht persönlich anwesend sein konnte, habe ich an seinem Sterbebett im Dolmabahçe-Palast besucht und ihm mit einer Blume gedacht. Tatsächlich ist er bereits ein wenig länger tot. Am 10. November jährte sich sein Todestag zum 73. Mal. Jedes Jahr zum Todeszeitpunkt um 9.05 Uhr wird ihm zum Gedenken eine Schweigeminute abgehalten. Das Istanbul einmal Still steht, hätte ich nicht für möglich gehalten.

Besuch aus Berlin war auch schon da. Anja schon zweimal. Aber auch Mama, Onkel, Bruder und Schwägerin. Noch dazu ein paar andere nette Menschen aus der Heimat. Alle konnten sie sich mit eigenen Augen ein Bild davon machen, wie ich hier lebe und mit wem ich meine Zeit verbringe. Caner und Ece wurden zudem sogleich in den Familienverband aufgenommen. Jetzt habe ich einen türkischen „abi“ (großer Bruder) und eine türkische „abla“ (große Schwester).

Zudem konnte ich meine Kenntnisse zum Thema „Musik aus der Türkei“ vertiefen. So war ich auf Konzerten von BaBa Zula, 123 und Kolektif İstanbul. Aus Deutschland zwar, aber in Istanbul trotzdem immer gern gesehen: Shantel. Waren alle super und sehr zu empfehlen!

Studiert habe ich auch, wenn auch deutlich weniger als gedacht. Dies lag jedoch wirklich nicht (nur) an mir. Die letzten drei Woche hatte ich schlichtweg keine Uni. Zum Einen waren Bayram-Feiertage und zum Anderen wurden die ersten Klausuren geschrieben. Da mir diese in Deutschland nicht angerechnet werden können, habe ich sie auch nicht mitgeschrieben. Stattdessen werde ich äquivalente Leistungen erbringen und Hausarbeiten anfertigen. An dieser Stelle werde ich jetzt lieber mal nichts zum Niveau an türkischen Unis bzw. speziell der İstanbul Üniversitesi schreiben.

Zum Sprachkurs gehe ich auch regelmäßig. Leider muss ich jedoch zugeben, dass sich meine Sprachkenntnisse noch nicht wirklich verbessert haben. Das Wichtigste klappt jedoch ohne Probleme: „Bir tane bira lütfen!“

Nun hoffe ich, dass der verbleibende Zeitabschnitt, der „Abstieg“ –  um noch ein letztes Mal zur einleitenden Metapher zurückzukommen –  weiterhin mit schönen Erlebnissen verbunden ist. In diesem Sinne wünsche ich mir selbst: Hals- und Beinbruch! ;)

Und jetzt: FOTOS!

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2 Gedanken zu „Wie ich den Berg bestieg

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